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An junge Menschen: Du bist mehr als dein Aussehen

25.01.2024

Lerne, dir selbst mit Liebe zu begegnen, bevor die Welt dir einreden möchte, du müsstest jemand anderes sein.

Ja, ich meine dich: dich, der in den Spiegel schaut und nur sieht, was er verstecken möchte. Dich, der stundenlang durch soziale Medien scrollt und sich mit Menschen vergleicht, deren Bilder oft ganz anders aussehen als ihr wirklicher Alltag. Dich, der denkt, das Leben wäre leichter, wenn er schöner, schlanker oder perfekter wäre.

Was du an dir als Makel wahrnimmst, ist für andere vielleicht einfach ein Teil von dir. Ein strenger innerer Blick kann dir einreden, nicht gut genug zu sein. Das ist jedoch kein verlässliches Urteil über deinen Wert.

Filter, Schönheitsoperationen und scheinbar perfekte Körper sind in sozialen Medien allgegenwärtig. Doch diese Bilder zeigen nicht die ganze Wirklichkeit.

Wenn das eigene Aussehen alles bestimmt

Bei einer körperdysmorphen Störung beschäftigen sich Menschen sehr stark mit vermeintlichen Makeln ihres Aussehens. Kleine oder für andere kaum sichtbare Besonderheiten können im eigenen Erleben übergroß werden. Der Blick verengt sich auf Nase, Haut, Gewicht oder Gesichtsproportionen.

Vielleicht entsteht die Hoffnung, dass alles gut wird, wenn nur dieses eine Merkmal verändert wird. Doch wenn das Leiden vor allem im eigenen Körperbild liegt, löst eine äußere Veränderung das zugrunde liegende Problem nicht unbedingt.

Wie sehr kann das belasten?

  • Die Freude am Alltag nimmt ab, weil sich die Gedanken ständig um das Aussehen drehen.
  • Menschen ziehen sich zurück, weil sie die Blicke anderer fürchten.
  • Ängste, depressive Gefühle und in schweren Fällen auch Suizidgedanken können auftreten.
  • Es kann ein starker Drang entstehen, das Aussehen ständig zu prüfen, zu verstecken oder verändern zu lassen.

Wenn du dich darin wiedererkennst und darunter leidest, musst du damit nicht allein bleiben.

Was kann ein erster Schritt sein?

  • Hinterfrage deinen strengen Blick: Was du im Spiegel wahrnimmst, ist nicht automatisch ein objektives Bild davon, wie andere dich sehen.
  • Vergleiche dich weniger mit inszenierten Bildern: Filter, Retusche und ausgewählte Aufnahmen zeigen nur einen kleinen Ausschnitt.
  • Begrenze belastende soziale Medien: Du darfst Abstand von Inhalten nehmen, nach denen du dich schlechter fühlst.
  • Entdecke Interessen jenseits des Aussehens: Singen, Tanzen, Malen, Schreiben oder Reisen können dir Freude und neue Erfahrungen geben.
  • Sprich mit dir wie mit einem guten Freund: Was würdest du einem nahestehenden Menschen sagen, der sich hässlich fühlt? Versuche, auch dir selbst so zu begegnen.
  • Suche Unterstützung: Psychologinnen und Psychologen, Therapeutinnen und Therapeuten und vertraute Menschen können dich begleiten.

Dein Aussehen entscheidet nicht darüber, wer du bist

Du bist mehr als dein Körper. Du bist auch dein Lachen, deine Interessen, deine Träume und die Art, wie du anderen begegnest. Dein Leben darf sich um mehr drehen als um die ständige Bewertung deines Spiegelbilds.

Du musst nicht perfekt aussehen, um Liebe und Zugehörigkeit zu verdienen. Du bist schon jetzt ein Mensch mit Wert. Wenn du wieder das Gefühl hast, dass nur dein Aussehen zählt, erinnere dich daran: Du darfst wirklich leben. Ohne Filter, ohne Maske, als du selbst.

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